Unerkannte Hilfeschreie
Der folgende Eintrag ist ein sehr persönlicher Einblick in eine schwere Zeit meines Lebens, den ich damals geschrieben habe.
Wenn du dich in meinen Worten wiedererkennst, freue ich mich, wenn du deine Gedanken oder Gefühle mit mir teilst.
Gerne begleite ich dich dabei, gemeinsam auf deine Themen zu schauen. Gleichzeitig ist mir wichtig zu sagen, dass meine Arbeit keine therapeutische oder medizinische Behandlung ersetzt und ich dich ausdrücklich ermutige, dir jederzeit professionelle Unterstützung zu holen, wenn du sie brauchst.
Fehlender Halt, leere Versprechen und unerkannte Hilfeschreie
Warum hält man, wenn man Angst hat jemanden zu verlieren, ihn so viel fester?
Warum drückt man ihn bei einer Umarmung so viel fester?
Sollte man ihn nicht immer gleich fest halten?
Beziehungsweise sollte man ihn nicht loslassen, wenn man ihn nur dann fest drückt, wenn man ihn verlieren könnte?
Steckt nicht in jeder Umarmung unglaublich viel Gefühl? Oder sollte es das nicht zumindest?
Halt hat nicht nur mit Worten zu tun, sondern viel mehr mit Taten....genauso wie in der Liebe.
Was sind Worte, wenn Taten mehr als tausend Worte sagen?
Und was sind Worte, wenn dahinter nichts als leere Versprechen und leere, verletzende Worte stehen?
Verletzt zu werden mit Wörtern, die eigentlich nicht weh tun sollen, aber es trotzdem tun.
Warum werden Hilfeschreie oft nicht verstanden? Beziehungsweise werden sie oft falsch verstanden.
Und dann? Man wird fallen gelassen und man fällt noch viel tiefer als zuvor, auch weil man so auf den Halt gehofft und gezählt hat.
Man blickt die Person an und alles was man sich wünscht ist Halt. Halt, Hilfe und Taten.
Aber im Gegenteil....vielleicht ist es Schwäche des Anderen oder Egoismus. Man weiß es nicht genau. Man ist deswegen auch nicht sauer. Nur verwirrt oder enttäuscht.
Dann, wenn das Verlangen nach Halt, Verständnis und Taten, ehrlichen Taten am Größten, wird man alleine gelassen. Vielleicht nicht mit Absicht, aber aus Unverständnis und nicht erkannten Hilfeschreien.
Man bricht innerlich zusammen, man stürzt tiefer, die Narbe wird größer.
Es verletzt einen, dass die Anderen einen stehen lassen...weg schicken...im Stich lassen. Gerade wenn man sie am meisten brauchen würde.
Vielleicht, weil sie selber nicht mehr können oder nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Vielleicht ist es aber auch Egoismus, wer weiß...
Aber alles was man braucht ist Halt und eine ehrliche, feste Umarmung. Mit so viel Gefühl, bei der man spürt, wie viel man dem Anderem bedeutet und wie sehr sich der Andere um euch und eure Gefühle schert. Ohne jegliche Worte.
Taten!
Worte können nicht heilen. Taten vielleicht.
Und wenn es nur eine unendliche Umarmung ist, den Anderen mit Kraft zu tanken, denn das können keine Worte. Sondern nur Gefühl.
Aber man geht, ohne Umarmung, ohne Halt, weil man verletzt ist.
Ein ungehörter Hilfeschrei...
Man traut sich nicht zu sagen, was es mit einem anrichtet...man hofft der Andere versteht den Blick....ohne jegliche Worte.
Aber man stößt auf Ablehnung und man geht, denn noch mehr Ablehnung erträgt man nicht.
Nicht noch mehr Worte, welche die Narbe noch tiefer werden lassen.
"Ich bin immer für dich da!"
"Du kannst dich immer bei mir melden!"
Manchmal sollte man hinter solchen Versprechen, bzw. Aussagen das "Kleingedruckte" lesen, denn manchmal bedeutet "immer" nur "manchmal" oder es bedeutet "wenn ich Zeit/Lust/Nerven habe" oder "wenn ich nicht sauer auf dich bin".
Und das ist okay.
Aber es ist auch okay sich etwas anderes zu erhoffen..
Ist es allerdings dann wirklich ehrlich? Sollte man sich selbst nicht gut genug kennen, um so etwas nur zu sagen und wirklich zu meinen?
Ich, kann dazu nur sagen, dass was auch kommen mag, wenn mir eine Person, die mir wichtig ist, sagt sie braucht mich und ich dieser Person gesagt habe ich bin für sie da, dann ist es egal was zwischen uns war:
"ICH BIN DA!" no matter what….
Ist seine eigene Meinung vertreten wirklich immer richtig? Oder ist es manchmal vielleicht doch rücksichtslos?
Vor allem weil man in den anderen nicht hineinsehen kann.
Man sagt etwas - es wird gehört - und ignoriert, manchmal vielleicht auch nur unbewusst. Aber man fühlt sich nun mal so.
Es wird gesagt: "Ich versteh dich" mit Taten wird gezeigt "Ich verstehe dich nicht". Dies empfindet man oft als Rücksichtslosigkeit.
Wenn ein Mensch kaputt ist, bewirken die harmlosesten Worte oftmals schon mehr Selbsthass.
Da man weiß der Andere hat Recht und man würde gerne anders reagieren, aber man kann nicht.
Das weiß man und man hasst sich dafür und für die eigene Reaktion, aber in einem drin herrscht Chaos.
Und nun passiert das, wovor man unendlich Angst hat. Der Andere versteht es nicht, er fühlt sich angegriffen und verletzt von der Reaktion.
Aber: man hat sich geöffnet, der andere hat etwas dazu gesagt und seine Meinung geäußert. Man würde dem Anderen jetzt gerne zeigen, dass man es versteht. Aber man hasst sich selbst und es richtet in einem komplettes Chaos an.
"Es ist meine Schuld", "Ich bin das Problem", "Warum reagiere ich immer so?"
Alles kommt hoch und man hasst sich....man verabscheut sich und dreht innerlich durch. Man versteht sich selbst nicht.
Und der Andere? Er stößt einen von sich, verurteilt dich für das was du getan, gesagt oder wie du reagierst hast.
Und man selbst?
Man bräuchte jetzt noch mehr Halt, Zuspruch, Verständnis und Taten, die dir helfen dich selbst zu akzeptieren.
Aber dadurch, dass du falsch reagiert hast und dich selbst dafür hasst erfährst du Ablehnung, wirst weggeschickt...mit deinem nun noch geschädigterem Selbst, zurückgelassen, im Stich gelassen.
Ein misslungener Hilfeschrei....AHHH.